Betriebliche Altersvorsorge
Dass die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung kaum noch genügen, um sich einen angemessenen Lebensabend zu gestalten, dürfte den meisten Menschen mittlerweile klar sein.
Dennoch bieten sich Möglichkeiten entsprechend vorzusorgen, um das Rentenalter in angemessenem Wohlstand genießen zu können. Neben den populären Produkten zur privaten Altersvorsorge,
der
Riester und der
Rürup Rente, fördert der Staat auch die
betriebliche Altersvorsorge mit attraktiven Steuervorteilen.
Wer kann eine betriebliche Altersvorsorge abschließen und wie funktioniert sie?
In Deutschland besteht seit einigen Jahren die Pflicht für Arbeitgeber, ihren sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern die
Möglichkeit zur betrieblichen Altersvorsorge anzubieten.
Dennoch machen nur wenige Arbeitnehmer von der lohnenden Entgeltumwandlung Gebrauch. Bei der Entgeltumwandlung wird ein Teil des Bruttoeinkommens direkt in den Altersvorsorgevertrag eingezahlt.
Der Clou: Das für die Altersvorsorge eingesetzte
Geld bleibt unversteuert. Somit ist die betriebliche Altersvorsorge besonders für Personen mit einem hohen Einkommenssteuersatz interessant.
Auf diese Art und Weise können bis vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens bis zur Bemessungsgrenze
steuerfrei für die Altersvorsorge genutzt werden. Dadurch beläuft sich theoretisch förderfähige Betrag auf
bis zu 2.520 Euro pro Jahr.
Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit,
vermögenswirksame Leistungen in die betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.
Welche Möglichkeiten zur betrieblichen Altersvorsorge gibt es?
Dem Arbeitnehmer stehen bei der betrieblichen Altersvorsorge grundsätzlich fünf verschiedene Arten der Vorsorge offen: Pensionskassen, Unterstützungskassen, Pensionsfonds, Direktzusagen und Direktversicherungen.
Welche davon der Arbeitgeber anbietet, ist liegt in seiner Entscheidungsgewalt. Ein Recht auf eine bestimmte Art der betrieblichen Altersvorsorge hat der Arbeitnehmer nicht! Große Betriebe bieten meist die Direktzusage an,
bei der sich das Unternehmen zur Zahlung einer Rente an den Arbeitnehmer verpflichtet. Hierfür muss das Unternehmen entsprechende Rückstellungen bilden.
Grundsätzlich handelt es sich aber immer um den Aufbau einer
kapitalgedeckten Altersvorsorge. Je nach Form der Anlage kann bei entsprechendem Alter eine Auszahlung als Einmalzahlung oder in Form einer monatlichen Rente erfolgen.
Die Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge:
Die Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge sind zahlreich:
Neben den angesprochenen Steuervorteilen profitieren die Arbeitnehmer von günstigeren Konditionen. In den meisten Betrieben schließen gleich mehrere Mitarbeiter einen entsprechenden Vertrag ab, sodass die Konditionen besonders günstig gestaltet werden können.
Die Arbeitnehmer profitieren von einer Art "Mengenrabatt".
Dadurch betragen die laufenden Gebühren oft nur ein Drittel von den für private Altersvorsorgeverträge üblichen Kosten.
So steht letztlich mehr Geld für den Aufbau von Kapital zur Verfügung, was die spätere Rente deutlich erhöht!
Welche Nachteile hat die betriebliche Altersvorsorge?
Wenig rentabel ist die betriebliche Altersvorsorge vor allem für Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen.
Sie profitieren nur geringfügig von der Steuerbegünstigung. Oftmals lohnt sich der Abschluss privater Altersvorsorgeverträge für diese Arbeitnehmer eher als die betriebliche Altersvorsorge.
Im Falle eines Jobwechsels gibt es außerdem häufig Probleme bezüglich der Portabilität der Anwartschaften.
Im Zweifelsfall hat ein Arbeitnehmer dann im Alter eine Vielzahl kleiner Betriebsrenten, statt einer großen Rentenzahlung. Oft bedeutet dies einen hohen bürokratischen Aufwand.